Die größten Saatgut- und Pflanzenschutzkonzerne

Bevor auf einem Feld Mais, Soja oder Weizen wächst, kauft der Landwirt zwei Dinge bei dieser Branche: Saatgut, oft Hybrid- oder gentechnisch verbesserte Sorten, und Pflanzenschutzmittel – Herbizide gegen Unkraut, Fungizide gegen Pflanzenkrankheiten und Insektizide gegen Schädlinge. Die meisten großen Konzerne verkaufen beides. Das waren die zehn größten nach Umsatz im letzten Geschäftsjahr:

RangUnternehmenSitzUmsatz (Mrd. $)Jahr
1Syngenta GroupSchweiz (chinesischer Staatskonzern)Schweiz (chinesischer Staatskonzern)28,42025
2Bayer Crop ScienceDeutschlandDeutschlandca. 24,42025
3CortevaUSAUSA17,42025
4BASF Agricultural SolutionsDeutschlandDeutschlandca. 10,82025
5UPLIndienIndienca. 5,92025/26
6Sumitomo Chemical (Agro & Life)JapanJapanca. 3,52025/26
7FMCUSAUSA3,52025
8NufarmAustralienAustralienca. 2,22024/25
9Vilmorin & Cie (Limagrain)FrankreichFrankreichca. 2,12024/25
10KWSDeutschlandDeutschlandca. 1,82024/25

Umsatz im letzten Geschäftsjahr, bei anderen Währungen zu Jahresdurchschnittskursen in US-Dollar umgerechnet („ca.“). Bei Bayer, BASF und Sumitomo Chemical ist nur die Agrarsparte bzw. das Agrarsegment angegeben; das Sumitomo-Segment umfasst auch Haushaltsinsektizide und Futtermittelzusätze. Die Syngenta Group enthält Syngenta Group China (mit Dünger und Landhandel) und den Generikahersteller ADAMA. UPL und Sumitomo: Geschäftsjahr bis März 2026; Nufarm: bis September 2025; Vilmorin und KWS: bis Juni 2025. Quellen: Geschäftsberichte der Unternehmen.

Die zehn Unternehmen im Kurzporträt

Syngenta Group

Syngenta entstand 2000 in Basel aus den Agrarsparten von Novartis und AstraZeneca und wurde 2017 vom chinesischen Staatskonzern ChemChina übernommen, der heute zu Sinochem gehört. Zur Syngenta Group gehören auch der Generikahersteller ADAMA und das chinesische Agrargeschäft von Sinochem; der Konzern verkauft Pflanzenschutz, Saatgut und in China auch Dünger und Agrardienstleistungen.

Bayer Crop Science

Die Agrarsparte der deutschen Bayer mit Sitz in Monheim wurde mit der Übernahme von Monsanto 2018 zu einem der beiden größten Saatgutkonzerne. Sie verkauft Dekalb-Mais- und Asgrow-Sojasaatgut sowie Herbizide wie Roundup; in den USA ist sie mit vielen Klagen konfrontiert, die Glyphosat als krebserregend einstufen, was Bayer unter Verweis auf Bewertungen von Zulassungsbehörden bestreitet.

Corteva

Corteva wurde 2019 aus der Fusion von Dow und DuPont abgespalten und sitzt in Indianapolis. Am 1. Oktober 2026, kurz nach dem Stand der Tabelle, teilte sich der Konzern: Das Saatgutgeschäft mit der Marke Pioneer wird nun separat als Vylor gehandelt, das Pflanzenschutzgeschäft behält den Namen Corteva.

BASF Agricultural Solutions

Die Agrarsparte von BASF mit Sitz in Ludwigshafen stellt Fungizide, Herbizide und Insektizide her und seit dem Kauf der Saatgut- und Herbizidgeschäfte, die Bayer 2018 abgeben musste, auch Saatgut wie InVigor-Raps. BASF bereitet einen Börsengang einer Minderheitsbeteiligung in Frankfurt vor, möglicherweise 2027.

UPL

UPL wurde 1969 in Mumbai als United Phosphorus gegründet, wird von der Familie Shroff kontrolliert, ist in Indien börsennotiert und der größte indische Pflanzenschutzkonzern. Er konzentriert sich auf patentfreie (generische) Wirkstoffe und wuchs international mit dem Kauf von Arysta LifeScience 2019.

Sumitomo Chemical (Agro & Life)

Der japanische Chemiekonzern mit Sitz in Tokio verkauft Insektizide, Fungizide und Herbizide weltweit, in Nordamerika über die Tochter Valent, und stellt auch Haushaltsinsektizide und Futtermittelzusätze her. Er ist ein großer Aktionär von Nufarm.

FMC

FMC wurde 1883 in Kalifornien als Hersteller von Spritzpumpen gegründet, sitzt heute in Philadelphia, ist in New York börsennotiert und konzentriert sich ganz auf Pflanzenschutz, vor allem Insektizide. 2025 beschloss der Konzern im Rahmen eines Sparprogramms, sein Indiengeschäft zu verkaufen.

Nufarm

Nufarm wurde 1916 in Melbourne gegründet, ist in Australien börsennotiert und verkauft vor allem patentfreie Herbizide, Fungizide und Insektizide in Australien, Amerika und Europa. Die Saatgutsparte Nuseed züchtet Raps, Sorghum und Sonnenblumen und produziert einen Raps, der Omega-3-Öl liefert.

Vilmorin & Cie (Limagrain)

Vilmorin geht auf ein 1743 eröffnetes Pariser Saatgutgeschäft zurück und gehört seit dem Rückzug von der Börse 2023 vollständig Limagrain, einer Genossenschaft französischer Landwirte. Vilmorin gehört zu den größten Gemüsesaatgutfirmen und züchtet unter der Marke LG auch Ackerkulturen wie Mais und Weizen.

KWS

KWS wurde 1856 im niedersächsischen Einbeck gegründet, ist in Frankfurt börsennotiert und wird von den Gründerfamilien kontrolliert. Das Unternehmen begann mit Zuckerrüben, wo es Weltmarktführer ist, und züchtet auch Mais, Getreide und Gemüse; Pflanzenschutzmittel verkauft es nicht.

Vier Konzerne nach einer Fusionswelle

Die heutige Struktur der Branche ist das Ergebnis mehrerer Fusionen zwischen 2015 und 2018: Dow und DuPont schlossen sich zusammen und spalteten ihr Agrargeschäft als Corteva ab, der Staatskonzern ChemChina kaufte Syngenta, und Bayer übernahm Monsanto; als Auflage für die Genehmigung musste Bayer Teile seines eigenen Saatgut- und Herbizidgeschäfts an BASF verkaufen. Seitdem führen vier Konzerne – Syngenta, Bayer, Corteva und BASF – sowohl bei Saatgut als auch im Pflanzenschutz. Befürworter verweisen auf die hohen Forschungskosten, denn die Entwicklung eines neuen Wirkstoffs dauert viele Jahre; Kritiker verweisen auf weniger Auswahl und weniger Preiswettbewerb für Landwirte.

Patente und Generika

Der Pflanzenschutzmarkt hat zwei Ebenen. Neue Wirkstoffe sind patentgeschützt und werden vor allem von den großen forschenden Konzernen verkauft. Nach Ablauf der Patente dürfen Generikahersteller denselben Wirkstoff produzieren; ein Großteil der weltweiten Generika stammt aus China und Indien, wo etwa UPL sitzt. Als chinesische Werke nach 2022 zu viel produzierten, fielen die Generikapreise stark und der Handel baute Lager ab, was die Umsätze der ganzen Branche drückte – ein Grund, warum der Umsatz von FMC 2025 um 18 % sank. Beim Saatgut ist es anders: Hybridmais- und Gemüsesaatgut muss jede Saison neu gekauft werden, während viele Landwirte bei Weizen noch eigenen Nachbau verwenden.

Zulassung und Kosten im Betrieb

Die Zulassungsregeln unterscheiden sich stark zwischen den Ländern. Gentechnisch veränderte Pflanzen werden in Nord- und Südamerika großflächig angebaut, in der EU dagegen kaum, und Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat werden je nach Land unterschiedlich zugelassen und vor Gericht verhandelt. Für Landwirte sind Saatgut und Pflanzenschutz neben Dünger die wichtigsten Betriebsmittelkosten je Hektar und entscheiden deshalb mit über die Rentabilität, wenn die Getreidepreise fallen. Die Düngerseite behandelt der Artikel Die größten Düngemittelhersteller, die ganze Kette Die größten Konzerne im Agribusiness.

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Häufig gestellte Fragen

Welcher ist der größte Saatgut- und Pflanzenschutzkonzern?
Die Syngenta Group mit Sitz in Basel, die dem chinesischen Staatskonzern Sinochem gehört, mit 28,4 Mrd. $ Umsatz 2025, gefolgt von der Bayer-Sparte Crop Science mit 21,6 Mrd. €.
Warum gibt es so viele Generikahersteller in China und Indien?
Nach Ablauf eines Patents darf jedes Unternehmen den Wirkstoff herstellen. Die Produktionskosten für Chemikalien sind in China und Indien niedriger, deshalb wird dort ein großer Teil der weltweiten generischen Pflanzenschutzmittel hergestellt.