Die größten Düngemittelhersteller

Pflanzen brauchen drei Hauptnährstoffe: Stickstoff, Phosphor und Kalium. Jeder stammt aus einem anderen Rohstoff – Stickstoffdünger wie Harnstoff werden aus Erdgas hergestellt, Phosphatdünger wie DAP aus abgebautem Rohphosphat und Kali aus unterirdischen Salzlagerstätten. Das waren 2025 die zehn größten Düngemittelhersteller nach Umsatz:

RangUnternehmenSitzUmsatz (Mrd. $)Jahr
1NutrienKanadaKanada26,92025
2YaraNorwegenNorwegen15,72025
3OCP GroupMarokkoMarokkoca. 12,32025
4MosaicUSAUSA12,12025
5ICL GroupIsraelIsrael7,22025
6CF IndustriesUSAUSA7,12025
7PhosAgroRusslandRusslandca. 6,92025
8Yunnan YuntianhuaChinaChinaca. 6,72025
9K+SDeutschlandDeutschlandca. 4,12025
10SABIC Agri-NutrientsSaudi-ArabienSaudi-Arabien3,52025

Konzernumsatz 2025. OCP, PhosAgro, Yuntianhua und K+S aus Dirham, Rubel, Yuan und Euro zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet („ca.“). Bei Nutrien ist das große Landhandelsgeschäft enthalten. Nicht aufgeführt: Ma'aden aus Saudi-Arabien, dessen Umsatz auch Aluminium und Gold umfasst, sowie EuroChem, Uralkali, Belaruskali und das US-Privatunternehmen Koch, die keine vergleichbaren Zahlen veröffentlichen. Quellen: Geschäftsberichte der Unternehmen.

Die zehn Unternehmen im Kurzporträt

Nutrien

Nutrien entstand 2018 aus der Fusion der kanadischen Konzerne PotashCorp und Agrium, sitzt in Saskatoon und ist in Toronto und New York börsennotiert. Der Konzern baut Kali in Saskatchewan ab, stellt Stickstoff- und Phosphatdünger her und betreibt über 2.000 Landhandelsstandorte in Nord- und Südamerika und Australien.

Yara

Yara geht auf Norsk Hydro zurück, das 1905 gegründet wurde, um mit Wasserkraft Stickstoffdünger herzustellen, und wurde 2004 abgespalten; der norwegische Staat hält rund ein Drittel. Der Konzern mit Sitz in Oslo ist einer der größten Stickstoffdüngerhersteller, mit Werken in Europa, Amerika und Australien.

OCP Group

OCP wurde 1920 gegründet, gehört fast vollständig dem marokkanischen Staat und baut das Rohphosphat des Landes ab - rund 70 % der bekannten Weltreserven -, das zu einem großen Teil im Komplex Jorf Lasfar zu Phosphorsäure und Dünger verarbeitet wird. OCP ist der größte Exporteur von Phosphatprodukten der Welt; wichtige Märkte sind Afrika, Indien und Brasilien.

Mosaic

Mosaic entstand 2004 aus IMC Global und dem Düngergeschäft von Cargill, sitzt in Tampa (Florida) und ist in New York börsennotiert. Der Konzern baut Phosphat in Florida und Kali in Saskatchewan ab und ist ein großer Düngerhändler in Brasilien.

ICL Group

ICL mit Sitz in Tel Aviv ist dort und in New York börsennotiert und wird von der Israel Corporation kontrolliert. Der Konzern gewinnt Kali und Brom aus dem Toten Meer im Rahmen einer staatlichen Konzession, die bis 2030 läuft, baut Kali in Spanien ab und stellt Spezialdünger und phosphatbasierte Lebensmittelzutaten her.

CF Industries

CF Industries begann 1946 als Düngergenossenschaft amerikanischer Landhandelsgenossenschaften und ist seit 2005 in New York börsennotiert. Der Konzern mit Sitz bei Chicago gehört zu den größten Herstellern von Ammoniak und anderen Stickstoffdüngern; sein Standort Donaldsonville in Louisiana ist der größte Stickstoffkomplex der Welt, wo er mit JERA und Mitsui aus Japan eine CO₂-arme Ammoniakanlage baut.

PhosAgro

PhosAgro sitzt in Moskau und stellt Phosphatdünger aus Apatit her, das auf der Halbinsel Kola abgebaut wird. Gründer Andrej Gurjew steht auf westlichen Sanktionslisten; Düngerexporte selbst waren weitgehend ausgenommen, doch die EU erhöht seit Juli 2025 schrittweise die Zölle auf russische Düngemittel.

Yunnan Yuntianhua

Yuntianhua wird von der Provinzregierung Yunnan kontrolliert, ist in Shanghai börsennotiert und der größte Phosphatdüngerhersteller Chinas, mit eigenem Rohphosphatabbau in Yunnan. Außerdem stellt das Unternehmen Stickstoffdünger und Phosphorchemikalien her.

K+S

K+S mit Sitz in Kassel ist in Frankfurt börsennotiert und geht auf das Jahr 1889 zurück. Der Konzern baut Kali- und Magnesiumsalze in Deutschland ab, betreibt seit 2017 das Kalibergwerk Bethune in Saskatchewan und verkauft in Europa außerdem Salz für Winterdienst, Lebensmittel und Industrie.

SABIC Agri-Nutrients

Das 1965 als Saudi Arabian Fertilizer Company (SAFCO) gegründete und in Riad börsennotierte Unternehmen gehört zu 50,1 % dem Chemiekonzern SABIC, der wiederum mehrheitlich Saudi Aramco gehört. Es sitzt in Al Jubail, stellt aus saudischem Erdgas Harnstoff und Ammoniak her und exportiert den Großteil davon.

Die Rohstoffe entscheiden, wer groß ist

Weil die Rohstoffe an wenigen Orten liegen, gilt das auch für die Hersteller. Marokko besitzt rund 70 % der bekannten Rohphosphat-Reserven der Welt (USGS), was den Staatskonzern OCP zu einem der führenden Anbieter von Phosphaten macht. Kali stammt vor allem aus Kanada, Russland und Belarus, wo Nutrien, Uralkali und Belaruskali es abbauen. Stickstoffhersteller sitzen dort, wo Erdgas billig ist – in Nordamerika, im Nahen Osten, in Russland –, deshalb folgen die Harnstoffpreise dem Erdgas, wie im Artikel Düngerpreise und Erdgas erklärt.

Politik und Handel

Der Düngerhandel wird ebenso von Regierungen geprägt wie von Kosten. Sanktionen gegen belarussisches Kali und der Krieg in der Ukraine haben die Kali- und Stickstoffströme ab 2022 neu geordnet, die EU hat die Zölle auf Dünger aus Russland und Belarus erhöht, und China hat die Ausfuhr von Harnstoff und Phosphat zeitweise beschränkt, um die eigenen Preise niedrig zu halten. Jede dieser Maßnahmen kann die Weltmarktpreise binnen Wochen verschieben.

Was das für Landwirte bedeutet

Dünger ist einer der größten Kostenblöcke im Getreidebau, deshalb zählt für Landwirte nicht der Düngerpreis allein, sondern wie viel Ernte man braucht, um ihn zu bezahlen. Das zeigt das Getreide-Dünger-Preisverhältnis. Die anderen Glieder der Kette behandelt der Artikel Die größten Konzerne im Agribusiness.

Aktuelle Preise zum Thema

Häufig gestellte Fragen

Welcher ist der größte Düngemittelhersteller?
Nutrien aus Kanada, mit 26,9 Mrd. $ Umsatz 2025. Der Konzern ist der größte Kaliproduzent der Welt und betreibt außerdem einen großen Landhandel, der in dieser Zahl enthalten ist.
Warum ist Phosphat so konzentriert?
Weil Rohphosphat ein abgebauter Rohstoff ist und Marokko laut US Geological Survey allein rund 70 % der bekannten Weltreserven besitzt.