Nominale vs. reale Preise: Was die Inflationsbereinigung zeigt
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Ein Preischart, der bis 1960 zurückreicht, vermischt Dollar von sehr unterschiedlichem Wert. Der nominale Preis ist die Zahl, wie sie damals notiert wurde; der Realpreis rechnet sie in die Kaufkraft eines Stichtags um - auf dieser Seite der jüngste Monat. Nur reale Preise beantworten die Frage, die die meisten eigentlich stellen: Ist das teurer geworden?
Wie die Umrechnung funktioniert
Die Rechnung ist einfach: Realpreis = nominaler Preis × (Preisindex heute ÷ Preisindex damals). Diese Seite nutzt den US-Verbraucherpreisindex für alle städtischen Verbraucher (CPI-U), weil die meisten Weltmarkt-Referenzpreise in US-Dollar notiert werden. Zwischen Januar 1960 und August 2026 stieg dieser Index etwa auf das Elffache - ein Dollar von 1960 kaufte also ungefähr so viel wie elf Dollar heute. In jedem Chart wendet die Einstellung „Inflationsbereinigt (real)“ das auf jeden Punkt an.
Was sie zeigt: Getreide wurde billiger, nicht teurer
Nominal sieht es so aus, als sei Weizen fünfmal so teuer geworden: Die Weltbank-Preise lagen in den 1960ern im Schnitt bei rund 62 Dollar je Tonne, in den bisherigen 2020ern bei rund 304 Dollar. In Dollar von August 2026 sind dieselben Durchschnitte etwa 654 und 345 Dollar - real hat sich Weizen also ungefähr halbiert. Mais erzählt dieselbe Geschichte, von rund 540 auf rund 260 realen Dollar. Höhere Erträge, bessere Sorten, Mechanisierung und Dünger ließen die Erzeugung jahrzehntelang schneller wachsen als die Nachfrage. Dieselbe Umrechnung rückt auch Preisspitzen zurecht: Die Weizenspitze von 1974 mit 220 Dollar entspricht heute rund 1.565 Dollar - weit über dem nominalen Rekord von 2022.
Was reale Preise nicht zeigen
Die Bereinigung nutzt die allgemeine US-Verbraucherinflation, nicht die Kosten eines bestimmten Betriebs oder Landes. Die eigenen Kosten eines Landwirts - Dünger, Treibstoff, Pacht, Arbeit - können schneller oder langsamer steigen als der CPI, ein gleichbleibender realer Getreidepreis kann also trotzdem schrumpfende Margen bedeuten. Wer einen Preis in Euro oder einer anderen Währung anzeigt, bekommt auf dieser Seite trotzdem eine Bereinigung mit US-Inflation; für die Kaufkraft im Euroraum bräuchte man einen Index des Euroraums wie den HVPI. Und über wenige Monate ändert Inflation kaum etwas: Reale Preise sind ein Werkzeug für den Vergleich von Jahrzehnten, nicht von Wochen.
Aktuelle Preise zum Thema
Häufig gestellte Fragen
- Warum wirken alte Preise real so viel höher?
- Weil der Dollar seitdem den größten Teil seiner Kaufkraft verloren hat: 1960 kaufte ein Dollar etwa so viel wie heute elf. Rechnet man alte Preise in heutiges Geld um, vervielfachen sie sich entsprechend.
- Welchen Inflationsindex nutzt diese Seite?
- Den US-Verbraucherpreisindex für alle städtischen Verbraucher (CPI-U), nicht saisonbereinigt, veröffentlicht vom US Bureau of Labor Statistics. Er wird unabhängig von der angezeigten Währung gleich angewendet.
- Sollte ich mit realen Preisen beurteilen, ob der heutige Preis hoch ist?
- Für langfristige Vergleiche ja. Für die Rentabilität eines Betriebs sollte man den Erzeugerpreis zusätzlich mit den tatsächlichen Betriebsmittelkosten vergleichen - sie folgen der Verbraucherinflation nicht eins zu eins.