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Wetter und Preisrisiko: Warum der Himmel die größte Variable ist

Jeder Faktor in einer Agrarpreisprognose — Anbaufläche, erwarteter Ertrag, Nachfrage, Handelsströme — lässt sich Monate im Voraus mit angemessener Zuversicht schätzen, bis auf einen. Das Wetter während der Vegetationsperiode bleibt bis zu seinem tatsächlichen Eintreten wirklich unbekannt, weshalb es normalerweise die mit Abstand größte Quelle von Preisrisiko auf Agrarmärkten ist.

Die US-Dürre von 2012 als Maßstab

Die US-Dürre im Mittleren Westen 2012 veranschaulicht gut, wie groß der Preiseffekt von Wetter sein kann. Es war die schwerste US-Dürre seit über 50 Jahren, die die Maisernte um rund 13 % unter das Vorjahresniveau drückte und Mais-Futures auf einen damaligen Rekord von über 8 $ pro Bushel trieb — die teuerste landwirtschaftliche Katastrophe der US-Geschichte mit geschätzten 30 Milliarden Dollar Schaden. Keine Prognose, die in jenem Frühjahr erstellt wurde, bevor der trockene Sommer einsetzte, hatte einen Schock dieser Größenordnung eingepreist, weil es keine Möglichkeit gab, ihn vorherzusehen.

Warum sich Wetterrisiko mit einer gewöhnlichen Futures-Position so schwer absichern lässt

Ein Futures-Kontrakt legt einen Preis fest, was allgemein vor Preisrisiko schützt, aber einen Landwirt nicht vor dem eigentlichen Problem einer Dürre schützt: kaum oder nichts liefern zu können. Ein Erzeuger, der einen Preis für eine Ernte festgelegt hat, die dann ausbleibt, muss trotzdem entweder Getreide am offenen Markt kaufen, um diesen Kontrakt zu erfüllen, oder ihn finanziell glattstellen — die Futures-Position sicherte den Preis ab, nicht den Ertrag. Diese Lücke zwischen Preisrisiko und Ertrags- (oder "Mengen"-) Risiko ist mit ein Grund, warum das Wetter selbst, nicht nur der daraus resultierende Preis, für Unternehmen zu etwas geworden ist, das sie direkt steuern möchten.

Wetterderivate: das Wetter absichern, nicht den Preis

Wetterderivate sind Finanzkontrakte, die auf Basis einer gemessenen Wettergröße selbst auszahlen — kumulierter Niederschlag in einer Region, ein Temperaturindex, eine Zählung von Wachstumsgradtagen — statt auf Basis des Preises irgendeines Rohstoffs. Ein Unternehmen, das einer schlechten Vegetationsperiode ausgesetzt ist, kann sich absichern, indem es eine Auszahlung erhält, sobald der Niederschlag in der relevanten Region unter eine festgelegte Schwelle fällt — unabhängig davon, was mit Futures-Preisen geschieht. Das kann nützlich sein, weil die beiden Risiken nicht im perfekten Gleichlauf verlaufen — eine regionale Dürre schlägt sich in einem nationalen oder globalen Preis vielleicht kaum nieder, wenn andere Regionen ein starkes Jahr haben, obwohl es für einen auf das betroffene Gebiet konzentrierten Erzeuger ein realer Verlust ist.

Ein unvollkommenes, aber wachsendes Instrument

Wetterderivate sind ein vergleichsweise junger und weniger liquider Markt als Agrar-Futures, und sie nähern sich dem tatsächlichen zugrunde liegenden Risiko immer nur an — ein Niederschlagsindex an der nächstgelegenen Wetterstation ist ein Stellvertreter für das, was auf einem bestimmten Betrieb tatsächlich geschah, keine direkte Messung davon. Dennoch stellen sie einen echten Versuch dar, genau jene Variable abzusichern, für die traditionelle Futures und Optionen nie wirklich gedacht waren: nicht, was ein Rohstoff wert sein wird, sondern ob das Wetter überhaupt eine normale, verkaufbare Ernte zulässt.