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Optionen vs. Futures: Eine andere Art der Preisabsicherung

Ein Futures-Hedge fixiert einen Preis — sowohl den Schutz als auch die Kosten, eine bessere Entwicklung zu verpassen. Eine Option funktioniert anders: Sie ist ein Recht, keine Pflicht, und dieser Unterschied verändert, welche Art von Schutz sie tatsächlich bietet.

Was eine Option tatsächlich ist

Eine Put-Option gibt ihrem Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht, einen Terminkontrakt zu einem festgelegten Preis (dem Basispreis) vor Ablauf der Option zu verkaufen. Ein Landwirt, der fallende Preise befürchtet, kann statt eines direkten Terminverkaufs einen Put kaufen. Fallen die Preise unter den Basispreis, zahlt sich der Put aus und gleicht den Verlust bei der physischen Ernte aus. Steigen die Preise stattdessen, lässt der Landwirt die Option einfach wertlos verfallen und verkauft die Ernte zum höheren Marktpreis — etwas, das ein Futures-Hedge nicht erlaubt, da eine Terminposition Dollar für Dollar an Wert verliert, sobald die Preise über das abgesicherte Niveau steigen.

Der Preis dieser Flexibilität: die Prämie

Dieser einseitige Schutz ist nicht umsonst. Der Käufer zahlt im Voraus eine Prämie, unabhängig davon, ob sich die Option je auszahlt — genauso wie eine Versicherungsprämie unabhängig davon gezahlt wird, ob je ein Schaden gemeldet wird. Ein Put nahe am aktuellen Marktpreis kostet mehr als einer, der deutlich darunter liegt, da er sich mit höherer Wahrscheinlichkeit auszahlt; eine weit aus dem Geld liegende Option ist günstiger, schützt aber nur vor einem größeren Preisrückgang. Das ist der grundlegende Kompromiss: Ein Futures-Hedge kostet im Voraus nichts, deckelt aber sowohl das Abwärts- als auch das Aufwärtspotenzial, während eine Option im Voraus Geld kostet, aber nur das Abwärtspotenzial deckelt.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Angenommen, Juli-Mais-Futures notieren im März bei 180 €/Tonne. Ein Landwirt kauft eine Put-Option mit einem Basispreis von 180 € für eine Prämie von 8 €/Tonne. Bis Juli können zwei Dinge passieren: Ist Mais auf 150 € gefallen, ist der Put rund 30 € wert (180 € minus 150 €), sodass der Landwirt nach Abzug der 8 € Prämie netto 22 €/Tonne mehr erzielt als beim Verkauf zum Marktpreis — ein echter Boden unter dem Wert der Ernte. Ist Mais stattdessen auf 210 € gestiegen, verfällt der Put wertlos, der Landwirt verliert die 8 € Prämie, verkauft die physische Ernte aber zum vollen Preis von 210 € — und nimmt damit den Anstieg mit, auf den ein Futures-Hedge vollständig verzichtet hätte.

Warum nicht einfach immer Optionen nutzen

Wenn Optionen nur das Abwärtspotenzial absichern und gleichzeitig das Aufwärtspotenzial erhalten, warum nutzt dann nicht jeder Optionen statt Futures? Die Prämie ist die Antwort — über viele Jahre hinweg nähern sich die durchschnittlichen Kosten der gezahlten Prämien meist dem durchschnittlichen Wert des erhaltenen Schutzes an, genauso wie Versicherungen so kalkuliert sind, dass sie für den Versicherer im Durchschnitt profitabel sind. Optionen versteht man am besten als Werkzeug für eine bestimmte Situation — einen Preisboden zu wollen, ohne die Chance auf höhere Preise aufzugeben —, nicht als grundsätzlich bessere Version eines Futures-Hedge, der für Landwirte, die einfach Preissicherheit wollen, weiterhin günstiger bleibt.